Bei trockenem, aber äußerst böigem Wetter – bei dem so mancher Longline-Ball plötzlich zum Cross wurde – entwickelte sich auf der Mauerner Anlage ein ebenso spannendes wie bemerkenswert faires U18-Ligaspiel gegen den SVL Langenbach. Am Ende stand nicht nur eine knappe Entscheidung, sondern auch ein historischer Tie-Break-Rekord.

Bereits in den Einzeln zeichnete sich ab, dass es ein langer Tennisnachmittag werden sollte.

Marc Nestele lieferte sich mit Alexander Cogal ein packendes Drei-Satz-Match. Nach gewonnenem ersten Satz im Tie-Break musste er im zweiten Satz den Ausgleich hinnehmen und unterlag schließlich denkbar knapp im Match-Tie-Break (7:6, 3:6, 7:10).

Florian Thalheimer benötigte einige Zeit, um die Hektik seines verspäteten Erscheinens abzulegen. Gegen den stark aufspielenden Felix Seibert fand er dadurch nie richtig ins Spiel (3:6, 0:6).

Leonard Lingner zeigte große Moral, kämpfte sich nach verlorenem ersten Satz eindrucksvoll zurück, musste sich jedoch ebenfalls im Match-Tie-Break geschlagen geben (3:6, 7:5, 6:10).

Für den einzigen Mauerner Punkt in den Einzeln sorgte Lukas Hölzl, der mit souveränem und konzentriertem Spiel seinem Gegner keine Chance ließ (6:1, 6:1).

Mit einem 1:3-Rückstand ging es in die Doppel – und Mauern zeigte Kämpfermoral.

Nestele/Hölzl fanden nach verlorenem ersten Satz stark zurück ins Match und glichen verdient aus. Der Sieg schien greifbar nahe, doch erneut fehlte am Ende das Quäntchen Glück: Niederlage im Match-Tie-Break (3:6, 6:3, 7:10).

Das dramatische Highlight des Tages lieferten Lingner/Thalheimer. Nach einem souveränen ersten Satz mussten sie den zweiten deutlich abgeben, behielten jedoch im hochspannenden Match-Tie-Break die Nerven und setzten sich mit 13:11 durch.

Selten hat man auf der Mauerner Anlage ein solches Tie-Break-Festival erlebt: Fünf Tie-Breaks in einer Begegnung – vier Match-Tie-Breaks und ein Satz-Tie-Break – stellen ein echtes Novum dar.

Jeder einzelne war hart umkämpft und unterstrich die Ausgeglichenheit beider Mannschaften. Auch wenn das Gesamtergebnis mit 2:4 zugunsten der Gäste ausfiel, präsentierte sich die Mauerner U18 als kämpferisch starke und geschlossene Einheit. Besonders hervorzuheben sind Einsatzwille, Fairness und die Vielzahl spektakulärer Ballwechsel.

Es war ein rundum sehenswertes und bis zum letzten Punkt spannendes Match – eines, das sicherlich auch Zuschauern Freude bereitet hätte, die nicht mit den Spielern direkt verwandt sind. Schade nur, dass davon so wenige den Weg auf die Anlage gefunden haben – an der Leistung der Mauerner Nachwuchsspieler lag es ganz sicher nicht.

Vl: Marc Nestele, Lukas Hölzl, Florian Thalheimer, Leonard Lingner, Foto Verena Hölzl